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schneemann

Suchtbolzen

  • »schneemann« ist der Autor dieses Themas

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Dienstag, 20. Dezember 2016, 14:28

Genial? Egal!

Genial? Egal! - spiegel.de, 17.12.2016

Die Automobilgeschichte ist voll von irren Entwürfen, die nie gebaut wurden. SPIEGEL ONLINE zeigt die gewagtesten Visionen. Diesmal: der Fiat Ecobasic.

Genauso müssen Kleinwagen künftig gebaut werden! Das war der einhellige Tenor in der internationalen Fachpresse, nachdem Fiat auf dem Autosalon in Genf im Jahr 2000 die Studie Ecobasic enthüllt hatte. Das knapp 3,5 Meter lange Automobil mit vier Sitzplätzen wog lediglich 770 Kilogramm, verbrauchte 2,9 Liter Sprit auf 100 Kilometer und sollte 10.000 Mark kosten - grob umgerechnet also 5000 Euro. Außerdem besaß der ebenso knuffig wie ulkig gestaltete Wagen ein orangefarbenes Lenkrad.

Die Hoffnungen, dass Fiat den Ecobasic bauen würde, zerstoben jedoch rasch. Zwar gab es noch eine Fahrveranstaltung mit dem Auto für Journalisten, doch schon da beantworteten Ingenieure und Designer alle Fragen nach der Zukunft des inspirierend andersartigen Autos ausweichend. Die englische Zeitung "The Telegraph" titelte im Sommer 2000 enttäuscht: "Mighty Fiat: the eco worrier." (etwa: Mächtiger Fiat: der Öko-Bedenkenträger)

Was war so neu und anders an dem Autoknirps, dass die Fachleute so verzückt und die Verantwortlichen so zaghaft werden ließ? Zunächst natürlich sah der Wagen ziemlich ungewohnt aus. Das Design stammte von Robert Giolito, der kurz zuvor den Sechssitzer Fiat Multipla entworfen hatte und später den Retro-Knirps Fiat 500 gestaltete. Es gab eine Fahrertür, zwei Türen auf der Beifahrerseite und eine Heckklappe. Die Verglasung der Kabine war großzügig, statt einer Motorhaube verfügte das Auto lediglich über eine schmale Klappe oberhalb des Kühlergrills, unter der die Einfüllstutzen für Motoröl, Kühl- und Scheibenwaschwasser postiert waren. Insgesamt wirkte das Auto ähnlich kühn und irritierend wie 20 Jahre zuvor der erste Fiat Panda.

Kleines Auto mit immensem Platzangebot

Auch im Innenraum herrschte farbenfrohe Einfachheit. Die Vordersitze sahen aus wie extra-stabile Campingstühle, über einen kugelförmiges Bedienelement in der zylindrischen Mittelkonsole ließen sich Heizung und Belüftung regulieren, und das Lenkrad wiederholte das Design der Felgen. Außerdem bot der Wagen vier Erwachsenen bequem Platz. Was vor allem an der intelligenten Raumaufteilung lag, denn 88 Prozent des Karosserievolumens standen für die Passagierkabine zur Verfügung.

Gänzlich neu war auch die Bauweise aus Kunststoffpaneelen auf einem Stahlrahmen. Und zwar deshalb, weil erstmals komplett durchgefärbte Plastikteile zum Einsatz kamen, was im Falle einer Produktion die Lackiererei und damit teure Lackierroboter überflüssig gemacht hätte. Auch Trocknungszeiten und eine abschließende Politur wäre beim Ecobasic nicht nötig gewesen.

Leichtbau und ein Drei-Liter-Antrieb

Fiat verkündete damals, während der 14-monatigen Entwicklung des Autos seien insgesamt 50 Patente angemeldet worden. Die betrafen nicht nur die Bauweise, die Kunststoffpaneele und das Packaging, sondern beispielsweise auch die Idee eines zweigeteilten Daches, dessen vordere Hälfte sich rasch gegen ein luftiges Sonnenschutzelement austauschen ließ. Nicht nur aufgrund der Kunststoffplanken ließ sich das Gewicht drastisch senken, sondern auch, weil an den hinteren Seitenscheiben und an der Heckscheibe Polycarbonat anstelle von Glas zum Einsatz kam.

Motorisiert war der Fiat Ecobasic vergleichsweise konventionell. Er wurde vom damals ganz neuen 1,2-Liter-Vierzylinder-Multijet-Turbodieselmotor angetrieben. Die Maschine entwickelte 61 PS, beschleunigte das Auto in 13 Sekunden auf Tempo 100 und machte bis zu 160 km/h möglich. Bei der Testfahrt benahm sich das ebenso simple wie smarte Auto so überzeugend, dass der Autotester des "Telegraph" schrieb, das mache es umso "unverständlicher, warum Fiat nicht ebenso begeistert von dem Auto sei wie nahezu jeder andere". Eine plausible Erklärung dafür steht noch immer aus.